Go crazy

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Transkript

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Hallo, Hallo. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Go Crazy – Alles außer Schublade. Jetzt ist es gerade kurz vor Weihnachten, wo ich diese Folge aufnehme. Es dauert jetzt noch eine Woche bis Heiligabend und es ist natürlich wieder so eine Zeit, da lese ich es in Social Media rauf und runter. Jahresreflexion, Zielplanung für das nächste Jahr. Was hast du dir vorgenommen? Die ersten drei Worte, die du siehst in irgendeinem Buchstabensalat, die zeigen dein Jahr 2026. Und natürlich musst du dir ganz viele Ziele setzen, ein Vision Board machen. Smart muss das Ganze sein. Also dass du deine Ziele wirklich smart formulierst. Du kennst das mit Sicherheit alles. Und möglicherweise bist du auch in dieser Rutsche mit drin und sagst dir: Oh ja, meine Jahresplanung, die möchte ich auch unbedingt noch machen. Viele nehmen sich jetzt die Zeit, die dann bald kommt, zwischen Weihnachten und Neujahr, und da ist ja wirklich nicht so viel los. Die meisten von uns haben da ein bisschen Ruhe. Unsere Kunden sind möglicherweise auch alle im Urlaub und dementsprechend ist auch für uns da ein bisschen Ruhe. Eigentlich sollte diese Zeit dann auch oft unserer Familie gehören. Manchmal brauchen wir ein bisschen Abstand. Ich brauche das auch ab und zu, wenn wir dann Weihnachten so sehr viel aufeinander hocken. Da bin ich auch manchmal ganz froh, wenn ich mich irgendwo eine Stunde zurückziehen kann und dann mache ich noch irgendetwas. Aber, und das ist das große Ding für mich und deswegen, was mir so wichtig ist, was ich dir heute mitgeben möchte: Ich mache in dieser Zeit keine Zielplanung für das folgende Jahr. Ich mache irgendetwas anderes. Und wenn das nur das Büro aufräumen ist, manchmal sind das ja auch No-Brainer und ich höre vielleicht ein Hörbuch dabei oder irgendetwas. Aber tatsächlich mache ich keine Zielplanung und das mache ich auch schon eine ganze Weile nicht mehr.

Warum mache ich das? Also ich war auch ganz mitten mit drin in diesen ganzen Ziele und ja, Planung, Gedöns, alles, was da so, Gedöns hört sich bös an, aber du weißt, was ich meine. Also alles, was da immer so wieder rauf und runter gespielt wird. Du musst eben deine Ziele planen. Ansonsten kommst du nicht durch das Jahr, dann weißt du am Ende des Jahres gar nicht, ob du irgendetwas geschafft hast, was du dir vorgenommen hättest oder hättest vornehmen können, wenn du dir etwas vorgenommen hättest. Und dementsprechend habe ich mich auch jedes Jahr wieder aufs Neue hingesetzt und spätestens in den ersten Januartagen eine Planung gemacht für das komplette Jahr, wenigstens aber für das erste halbe Jahr. Das heißt, ich habe mir meine Ziele messbar aufgeschrieben. Ich habe sie runtergebrochen in Unterziele. Alles das, was ich so in einem Monat erreichen kann oder auch wochenweise und habe dann versucht, das Ganze abzuarbeiten. Und wenn du das kennst, was ich dir jetzt hier erzähle, dann wirst du wahrscheinlich gerade sehr nicken, denn mir ging es so wie vielen anderen auch, das habe ich schon öfter gehört, das ist nicht lange durchzuhalten. Also es hat nicht lange gedauert. Da kam einfach der Alltag wieder dazwischen. Da wollten die Kunden irgendetwas. Und alles das, was ich mir da so mühsam ausgearbeitet habe. Ich habe mir das aufgeschrieben, Pläne gemacht, richtige Projektpläne daraus gemacht und Puffer gelassen, damit auch was Unvorhergesehenes dazwischen kommen kann. Entschuldigung, ich muss da gleich schon wieder lachen, weil natürlich immer irgendetwas Unvorhergesehenes kommt. Ich habe mir das visualisiert und durchgeplant und gemacht und dann kam doch wieder irgendetwas. Dann kam ein Kunde, der was Neues wollte. Dann kam ein Projekt, in dem sich irgendwas verändert hat. Dann kam irgendwas mit der Familie oder was auch immer es denn ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass Dinge passieren, die deine aktuelle Planung, deine Zielplanung durcheinanderwirbeln.

Und genau das ist mir auch passiert. Es ist mir auch oft passiert, dass es gar nicht mehr so wichtig war, was ich mir da anfangs als Ziel gesetzt habe, weil eben dann irgendwas sich verändert hat und dann war mein Anfangsziel gar nicht mehr so wichtig. Natürlich weiß mein Kopf dann: Da muss ich das Ziel anpassen. Und trotzdem sagt irgendwo ganz tief im Herz drin deine Stimme: Jetzt hast du dein Ziel schon wieder nicht erreicht. Und genau das ist das große Problem. Ich hatte dann immer das Gefühl, dass ich nicht gut genug bin, wenn ich meine Ziele nicht erreiche. Wenn ich dann am Jahresende da gesessen habe und überlegt habe: Habe ich denn hier erreicht, was ich mir vorgenommen habe?, dann musste ich lange suchen, bis ich wieder herausgefunden hatte: Was hatte ich denn? Warum habe ich mir das als Ziel genommen? Warum war mir das damals so wichtig? Und was hat sich getan? Warum ich das nicht erreicht habe? Denn tatsächlich habe ich nicht einmal, und das hört sich jetzt total schlimm an, wenn ich das so sage, nicht einmal habe ich die Ziele erreicht, die ich mir in einer solchen Jahresplanung vorgenommen habe. Wirklich noch nicht einmal zur 100% Zielerreichung. Und irgendwann dachte ich mir: Das kann doch nicht wahr sein. Das ist doch totaler Wahnsinn, wenn ich immer wieder das Gleiche mache. Ich stecke Stunden in die Planung meiner Ziele, in die Visualisierung, in das Aufschreiben, alles drum und dran. Dann setze ich irgendwann da mit einem super ausgearbeiteten Plan und da kommt ein Lüftchen und schmeißt mir alles um, selbst wenn ich Puffer einbaue, dann kommt vielleicht zwei, drei, vier Lüftchen oder ein größerer Wind und dann ist es vielleicht im Februar erst so weit, dass es nicht mehr funktioniert. Doch auch wenn ich im Februar meine Ziele nicht mehr klar vor Augen habe und nicht mehr daran arbeite, ist die ganze Planung hinfällig. Da fehlen noch zehn Monate bis zum Jahresende.

Gut, das Blöde war wirklich daran, dieser Gedanke: Mensch, du hast es schon wieder nicht hingekriegt. Wie kannst du denken, dass du überhaupt irgendwie das Zeug zur Unternehmerin hast, wenn du es noch nicht mal schaffst, selbst vorgegebene Ziele zu erreichen in der geplanten Zeit oder in der vorgesehenen Qualität? Und trotzdem habe ich mich im nächsten Jahr wieder hingesetzt und habe mir wieder diese Mühe gemacht. Und tatsächlich haben mir das auch einige von euch erzählt. Eine Coachee sagte mir Ende letzten Jahres, sie hätte mittlerweile vier oder fünf verschiedene Bücher, mit denen sie so eine Jahresplanung macht. Einmal die Reflexion: Wie ist das alte Jahr gelaufen? Und dann Zielplanung fürs nächste Jahr. Und irgendwie sind sie alle gleich und sie sehen hübsch aus und irgendwie ist das auch ein schönes Ritual. Aber trotzdem hat es bisher noch nichts gebracht und das ist natürlich total doof.

Jetzt stell dir mal vor, du hättest keine Ziele. Du hättest keine solche ausgearbeiteten Ziele, dann hieße das ja nicht, dass du völlig inhaltsleer durch dein Business oder deine Arbeit schlendern würdest. Es würde irgendwie anders aussehen. Denn so ganz ohne Ziele bist du ja auch nicht, selbst wenn du sie nicht aufgeschrieben hast. Und genau da möchte ich dich sensibilisieren. Stell dir vor, du hättest keine starre Route, wie Ziele sie dir ja vorgeben möchten, sondern du hättest einfach eine Richtung. Du hättest einen Kompass und der würde auf einen Nordstern zeigen. Tatsächlich ist dieser Gedanke des Nordsterns das, was ich für mich in den letzten Jahren etabliert habe. Ich habe einen Nordstern, den ich mir jedes Jahr neu setze. Der ist oft dem aus dem alten Jahr sehr ähnlich, weil ich mich ja auch in meiner Persönlichkeit nicht grundlegend ändere. Natürlich ändern sich mal ein paar Sachen herum und manchmal haben sich auch ein paar Wünsche geändert, manchmal haben die Sachen mich geändert. Dementsprechend passt sich auch der Nordstern immer ein bisschen an, aber grundsätzlich ist das etwas, was so seine ungefähre Richtung immer hat. Und dann kann ich ganz wunderbar mit dem Bauchgefühl, du weißt, ich bin eigentlich gar nicht so auf Bauchgefühl aus, aber ich mag auch nicht so ins Detail immer mehr runter planen. Dann kann ich nach Bauchgefühl immer wieder sagen: Ist das, was ich hier tue, zahlt das darauf ein, dass ich diesem Nordstern folge?

Ich versuche es mal an einem praktischen Beispiel. Stell dir mal vor, dein Nordstern für das Jahr 2026 ist, dass du dein Business ein wenig lukrativer gestalten möchtest. Das muss noch nicht mal viel sein, aber du hast, wenn ich diesen Satz jetzt gesagt habe, möglicherweise schon ein Bild vor Augen. Du hast schon eine Idee, was das für dich bedeuten könnte, ohne dass du das jetzt smart aufgeschrieben hast. Also du hast kein messbares Ziel. Es ist nicht gesagt, dass du 5.000 oder 50.000 mehr Umsatz machst oder gar noch mehr. Das ist dein Bauchgefühl und das reicht auch. Vielleicht ist auch, wenn du sagst, aus dem Bauch heraus, mit 5.000 mehr Umsatz im Jahr, wäre mir mein Business schon lukrativer. Dann ist das fair enough. Das ist in Ordnung. Wenn du 4.999 mehr umsetzen würdest, hättest du ein solches Ziel nicht erreicht. Aber du bist dem Nordstern sehr, sehr nahe gekommen. Und genau das ist es, was wir auch in der Seefahrt immer wollten. Wir wollten nicht den Stern erreichen, sondern wir wollten in die Richtung, ein Ziel zu erreichen, was da auf dem Weg liegt. Also ist vielleicht doch der richtige Weg, wenn du mit dieser ganzen Zielerreichung und Zielplanungsgeschichte Probleme hast, ist vielleicht doch die Möglichkeit für dich, in einem Nordstern zu denken.

Ich habe für mich da vier Prinzipien fertig gemacht. Zum einen ist Nordstern statt Zielsystem. Also Nordstern statt Zielsystem. Ich setze mir also nicht mehr so und so viele Ziele. Ich habe immer drei Ziele für sieben Lebensbereiche festgelegt. Ich setze mir einen Nordstern, habe ein ungefähres Bild vor Augen, was das für mich bedeutet und dann kann ich in diese Richtung navigieren. Das zweite Prinzip ist machen statt planen. Ich setze mich nicht mehr her und versuche hier irgendwie, mehrere Tage lang eine Jahresplanung zu machen, Dinge aufzuschreiben, Abhängigkeiten hinzubringen. Das kommt alles im laufenden Betrieb. Wenn ich meinen Nordstern habe, dann schreibe ich mir wild runter, alles, was ich dafür tun können wollte. Wir bleiben bei dem Beispiel: Dein Business soll im nächsten Jahr lukrativer werden. Was müsstest du dafür tun? Was müsstest du dafür können oder haben oder machen oder Ähnliches? Auch da werden dir mit Sicherheit schon einige Sachen einfallen, nur wenn du jetzt kurz darüber nachdenkst. Das könnte so was sein wie Einwandbehandlung, wenn ich verkaufe. Ich müsste sichtbarer werden in den sozialen Medien. Ich möchte einen Podcast starten. Ich möchte meine Vorträge weiterentwickeln. Ich möchte meine Preise anheben. Ich möchte mein Business ein bisschen mehr spezialisieren. Ich möchte meine Zielgruppe schärfen und und und. Also es gibt ganz, ganz viele Sachen, die dir da einfallen könnten. Und du merkst schon, dass jedes dieser Dinge, jeder dieser Punkte, noch weitere Unterpunkte hat. Also Einwandbehandlung für den Verkauf lernen. Dafür müsstest du erst mal herausfinden, was gibt es denn für Einwände? Dafür müsstest du an frühere Gespräche denken oder du unterhältst dich vielleicht mal mit ChatGPT oder mit anderen Leuten aus deinem Bereich. Vielleicht hast du sogar eine Mastermind-Gruppe. Da gehe ich in einer späteren Folge noch mal darauf ein, was das denn für dich bringen könnte.

Also du hast eine ungefähre Richtung. Du möchtest den Nordstern, lukrativeres Business. Eine Route dahin ist, du möchtest Einwandbehandlung lernen und da gibt es jetzt viele, viele, viele kleine Schritte, die du gehen kannst. Wenn du einmal wenigstens grob die großen Schritte aufgeschrieben hast, dann kannst du dich daraus bedienen, wie von einem Buffet. Wenn du jetzt regelmäßig reflektierst, und das ist das Prinzip drei, regelmäßige Reflexion, statt dieser großen Big Planning Sessions, also keine große Jahresplanung, sondern lieber mehrere kleine Check-ins. Wenn du die nämlich machst, kannst du regelmäßig sagen: Ja, tatsächlich. Also hier habe ich noch ein bisschen was in meinem großen Buffet der To-Dos oder der Aufgaben, die ich übernehmen könnte dafür. Das würde auch noch echt mich zu meinem Nordstern geleiten. Dann kannst du dich daraus wieder bedienen. Und wenn du merkst, du kommst so ein bisschen nicht genau hin mit dem, was du da vorgehabt hast, dann kannst du es auch ganz einfach sein lassen. Wenn wir das noch mal im Vergleich nehmen mit den Zielen. Du hättest als Ziel, du möchtest dein Business 50.000 im Jahr lukrativer machen, also ergiebiger machen und möchtest dafür Einwandbehandlung lernen, dann würdest du dir einen Kurs suchen, diesen Kurs abschließen und dann merkst du, Mensch, Einwandbehandlung? Nein, irgendwie mit dem ganzen Telefon vielleicht, wenn du sagst, du denkst erstens ans Telefon. Das liegt mir alles nicht so. Ich möchte das doch lieber über persönliche Gespräche auf Messen machen. Dann musst du da wieder von vorne anfangen und hast das Ziel nicht wirklich abgeschlossen. Also dann doch lieber der Nordstern und die ungefähre Richtung.

Das ist nämlich das nächste Prinzip: Es gibt kein Scheitern, es gibt nur Navigation. Du scheiterst nicht mehr an Zielen. Das ist fürs Mindset ungemein wichtig. Du navigierst und manchmal kommst du von deinem Kurs ab. Mal nur ein bisschen, mal ein bisschen mehr. Das kann alles passieren. Manchmal gibt es irgendwo einen Zwischenstopp und der alte Kurs ist vielleicht auch gar nicht mehr der Richtige. Und du kannst dann nachjustieren. Du kannst dich alle paar Wochen in diesen Reflexions-Sessions fragen: Passt das hier noch? Und meistens passt das. Und wenn nicht, dann kannst du daran was ändern. Also schau doch einfach mal. Vielleicht ist in diesem Jahr auch die große Zielplanung gar nicht mehr dein Ding, sondern du suchst deinen Nordstern und machst mehr, anstatt viel zu planen.

Ich wünsche dir damit viel, viel, viel Erfolg. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du mir eine Bewertung hinterlässt. Natürlich am allerliebsten eine gute Bewertung, eine Fünf-Sterne-Bewertung, das hilft mir auch, herauszufinden, ob denn die Inhalte gut sind, ob du da Spaß dran hast, ob dich das weiterbringt. Und das macht es auch sichtbar für viele andere Menschen. Wenn du den Podcast abonnierst, hast du mich regelmäßig auf dem Ohr und dann werde ich dir nicht nur zu Zielen, sondern auch demnächst mal irgendwann zu Masterminds oder zu allen möglichen anderen Themen erzählen, die mich in meinem Freelancing-Leben beschäftigen und die bei mir gut laufen oder eben nicht so gut laufen. Denn in der nächsten Folge erzähle ich dir von einem großen Fail, den ich vor ein paar Tagen gemacht habe. Wir hören uns. Habe eine gute Zeit bis dahin. Jetzt wünsche ich dir erst mal frohe Weihnachten, nein, aber wenn die Folge rauskommt, ist schon Weihnachten gewesen. Ich wünsche dir, frohe Weihnachten gehabt zu haben und wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis bald.