Go crazy

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Transkript

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Hey, willkommen zurück zu einer neuen Folge von Go Crazy – Alles außer Schublade, dein Podcast, bei dem wir mal Business-Themen ein bisschen anders betrachten, Go Crazy Like, und mal überlegen, was könnte da anders laufen, was sollte da vielleicht sogar besser laufen. Und dafür habe ich dir heute einen waschechten Fail mitgebracht, etwas, was ich vor einiger Zeit gemacht habe. Da habe ich echt einen Bockmist gebaut und werde wahrscheinlich auch noch ein bisschen daran aufräumen müssen. Also das ist nicht von heute auf morgen wieder so aus der Welt zu schaffen, auch wenn das jetzt nichts ganz Schlimmes ist und ich das auch wieder hinkriege. Aber tatsächlich ist das nichts, was man einfach so nachmachen muss und ich sehe das einfach immer, immer häufiger. Gut, ich bin auf LinkedIn unterwegs und poste da recht viel. Manchmal mache ich ein bisschen Pause, wenn mir LinkedIn so als Plattform und vor allen Dingen die Leute, die da irgendwie Chaka machen, wieder auf den Keks gehen, dann bin ich mal ein paar Tage nicht da, aber ansonsten bin ich recht regelmäßig da, lese, kommentiere viel und poste auch regelmäßig etwas. Und in der Regel sind das natürlich Business-Themen. Ganz viel hier unsere Go-Crazy-Themen, aber natürlich auch häufig zu meinem Haupteinkommenserwerb, zu den Change-Projekten.

Du weißt, in erster Linie bin ich Change-Managerin, freiberufliche Change-Managerin für verschiedene Projekte in Unternehmen. Wenn da irgendeine Veränderung ist, da erzähle ich aus dem Nähkästchen, was hat gut funktioniert, was eben nicht, was sollte man beachten bei einem Change-Projekt und so weiter. Und dann natürlich eben Dinge hier rund um diesen Podcast, also alles das, was Freelancer, Unternehmer interessiert. Aber manchmal, da lasse ich mich hinreißen und poste so was Halbpersönliches. Und es gibt natürlich ganz, ganz viele, die da irgendwie so was in diese Richtung posten und dir auch sagen: Macht es mal, denn das zeigt Authentizität. Du, wenn du als Person sichtbar bist, wenn die Leute wissen, dass da wirklich ein echter Mensch hintersteckt, dann macht dich das sehr authentisch und poste auch tatsächlich mal was so aus deinem normalen Leben. Und da habe ich mich dann tatsächlich hinreißen lassen von mir selbst. Also da ist niemand anders schuld. Das habe ich ganz alleine gemacht und habe etwas so Halbpersönliches gepostet, nämlich die Vorbereitung auf einen Termin und wie mein Mann und ich das unterschiedlich angehen. Ich will das gar nicht so weit ausbreiten. Das Thema, es ging um Mental Load. Auch da will ich das Konzept gar nicht groß erklären.

Mental Load hast du mit Sicherheit schon mal gehört, gesehen, vielleicht sogar selbst erlebt natürlich, also diese mentale Belastung, die Dinge immer am Laufen zu halten. Hauptsächlich sind Frauen wohl davon betroffen. Wenn ich die Forschung dazu richtig gelesen habe, ist das eher so ein Frauenthema und die kümmern sich natürlich nicht nur um sich selbst, sondern auch viel um Familie und alle anderen Drumherumprozesse und diese ewige To-Do-Liste, die wir Frauen im Kopf haben. Aber das ist natürlich nicht ein reines Frauenthema. Aber egal, ich will es gar nicht so weit ausbreiten. Du merkst aber schon an dem, wie ich erzähle, das hat nichts mit meinem Business zu tun. Das ist nichts, was jemanden, der ein Change-Projekt leitet, gerade interessiert. Das ist auch nichts, was jemanden, der sagt: Wie kann ich denn jetzt hier mein Freelancer-Business besser aufstellen, was den interessiert. Das ist im Grunde so aus meiner eigenen Betroffenheit heraus. Habe ich das gepostet, nämlich eben wie mein Mann und ich uns auf einen Termin vorbereiten, auf einen gemeinsamen, dass mein Mann sich fertig gemacht hat, der hat sich angezogen, der hat sich die Haare gekämmt und die Zähne geputzt, dann war er fertig. Und ich habe zugesehen, dass auch das Kind die Zähne geputzt hat, dass die Klarinette eingepackt ist, dass dies gemacht ist.

Ich habe noch die Einkaufsliste geschrieben und, und, und, und, und. Das war eine ganz lange Kette. Und ohne, dass da mein Mann blöd dasteht, denn oh Gott, der macht so viel, an das ich nicht denke. Trotzdem ist eben dieses Mental Load Thema immer wieder so sichtbar geworden, dass ich diesen Post da verfasst habe. Und der stieß auf breite Zustimmung und für meine Verhältnisse sind tatsächlich eben so was wie 8000 Views, 115 Likes oder Reaktionen. Da kannst du ja nicht nur Like klicken, sondern auch Herzchen und was weiß ich nicht. Also so 115 Reaktionen und fast 8000 Views, das ist für mich schon sehr, sehr viel. Also normalerweise haben meine Posts nicht solche Reichweite. Aber das war natürlich etwas, das hat viele Menschen interessiert. Da war ich natürlich einen Moment lang auch ein bisschen gebauchpinselt. Natürlich, Himmelswillen, so ein Post. Wenn sonst, na ja, also meine Posts mal gerade so vierstellige Views erreichen, dann ist das gut. Und plötzlich sind es da 8000. Wow und so viele Reaktionen. Ich habe mich erst echt gefreut und dann einen Augenblick später ist mir klar geworden: Mensch, das ist alles und das ist das Problem.

Das ist nicht meine Zielgruppe. Es ist nicht nur so, dass ich jetzt gerade bei Menschen sichtbar werde, die nicht meine Zielgruppe sind, sondern ich trainiere auch den Algorithmus darauf, dass ich für diese Menschen interessant bin und sie möglicherweise auch für mich. Das habe ich wirklich kurze Zeit später gemerkt, dass mir da ganz viele Sachen ausgespielt werden aus dem HR-Bereich. Ganz viele Frauen, die darauf reagiert haben auf meinen Post, wohl aus dem HR kommen. Und dann geht es da um Recruiting und wie baue ich jetzt ein Bewerbungsgespräch auf? Und plötzlich waren da alles so Themen für mich interessant in den Augen des Algorithmus, die für mich nicht wirklich interessant sind. Also klar gibt es ganz viele spannende Sachen, aber das ist nun mal nicht mein Thema. Aber plötzlich bekam ich das ganz, ganz viel ausgespielt und musste das tatsächlich erst einmal wieder aufräumen. So, was habe ich jetzt gemacht? Ich bin hergegangen und habe nach zwei Tagen diesen Post gelöscht. Das war nicht so einfach, denn tatsächlich, da hängt man ja doch schon so ein bisschen dran und das schmeichelt auch das Ego. 8000 Leute haben das gesehen, oder na ja, also 8000 Mal wurde dieser Post, das heißt ja nicht, dass 8000 Leute den gesehen haben.

8000 Mal wurde dieser Post angeguckt und 115 Leute haben darauf reagiert. Das ist schon echt gut. Aber tatsächlich, es sind mal nicht die, mit denen ich auf diesem Wege, vielleicht sind die Menschen doch in meiner Zielgruppe eben nicht auf diesem Wege. Also nicht so, dass ich mit denen in Kontakt treten wollen würde und ich habe das falsch trainiert. Also musste ich das wirklich löschen, schweren Herzens, und bin dann hergegangen und habe konsequent, erst einmal in den ersten Tagen, nur Change-Themen überhaupt kommentiert, geliked oder ähnliches. Also Kollegen aus anderen Projekten, Menschen aus den Projekten, in denen ich gerade arbeite. Potenzielle Kunden, mit denen ich gerne zusammenarbeiten möchte. Ganz viel nur Change, Change, Change. Und das hat tatsächlich geholfen. Ich habe dann innerhalb von einer Woche ungefähr den Algorithmus wieder so ein bisschen umgedreht gekriegt. Jetzt werden mir mehr von diesen Menschen ausgespielt, die in meiner Zielgruppe sind, und auch ganz viel wieder die passenden Themen, auch wenn sich da immer noch die ganzen HR-Themen reinschleichen und das eben doch noch mal eine Weile dauern wird. Jetzt ist gerade Weihnachten vor der Tür. Das heißt, über Weihnachten, Silvester, Neujahr, da wird sowieso nicht viel passieren.

Zeitlich werde ich noch ein bisschen warten müssen, bis ich das Ganze überhaupt aufgeräumt kriege. Also das ist noch mal eine Weile Arbeit, das ist noch mal ein bisschen was zu tun. Das ist auch noch mal echt Disziplin, dass ich jetzt in der nächsten Zeit mich wirklich ganz fokussiert auf mein Thema gebe, dass ich nicht irgendwie Kontaktanfragen von Menschen annehme, die eben nicht zu meiner Zielgruppe passen, eben LinkedIn wieder dahin zu trainieren, dass sie mir die richtigen Inhalte ausspielen, die für mich interessant sind, und vor allen Dingen, dass sie mich auch den Menschen ausspielen, für die ich interessant sein möchte mit meinem Content. Also vielleicht kennst du so was auch. Vielleicht machst du so was auch, dass du hergehst und so halbpersönliche, halb Business-Themen, weil sie ja doch irgendwie alle auf deine Haltung einzahlen, dass du die dann auch immer mal wieder postest. Hast du das, dann möchte ich dich bitten, überleg bitte wirklich mal, ohne irgendjemanden anders zu fragen, überleg mal, ob diese Themen, die du da gepostet hast, wirklich auf dein Business einzahlen. Deine Haltung, dem Leben gegenüber, Dingen, Menschen, Ideen, Gedanken gegenüber, kannst du immer zeigen, auch mit business-related Content. Da musst du nicht auf irgendetwas zurückgreifen, was nicht wirklich auf dein Business einzahlt.

Ich habe ja eine Folge mit dem Nordstern veröffentlicht. Überlege dir wirklich, ob das zu dem Nordstern passt, den du dir gesetzt hast. Passt ein Post? Auch darauf kannst du immer wieder das zum Navigieren nutzen. Passt dieser Post zu meinem Nordstern? Wenn es so ist, go, mach. Aber wenn du sagst: Nein, nicht so wirklich, dann überlege vielleicht noch mal, kill your darlings, mit diesem Gedanken ranzugehen und den Post aufzuschreiben. Vielleicht hast du ja auch sogar schon ein persönliches Wiki. Die Geschichte muss nicht verloren sein. Vielleicht kannst du sie auch irgendwann anders mal in etwas Business-Related drehen, dass du nichts dazu dichtest, aber dem Ganzen doch irgendwie einen anderen Rahmen gibst. Vielleicht möchtest du das mal in einem Vortrag oder in einem Artikel oder so. Vielleicht möchtest du es da mal irgendwo weiterverwenden. Vielleicht möchtest du es abgeschwächt mal in einem Post verwenden, dass es nicht das Hauptthema ist, sondern irgendwo so eine Randnotiz. Auch das ist ja alles fein, alles in Ordnung. Ich glaube, das Problem ist für viele einfach, wenn sie das jetzt nicht posten, dann ist der Gedanke weg, dann ist der Punkt weg. Also gib dem Ganzen eine Möglichkeit, weiter zu existieren, aber ohne gegen dich zu arbeiten.

So, ich habe jetzt noch mal circa zwei Wochen Arbeit, bis ich das wieder gedreht habe. Deswegen, wenn du dich mit mir auf LinkedIn vernetzen möchtest und du bist nicht aus dem Change-Bereich, dann bitte, bitte, sei mir nicht böse, wenn ich die Kontaktanfrage nicht annehme, sondern folge mir gern auf Instagram. Lass uns da vernetzen. Da bin ich mit all meinen Go-Crazy-Themen unterwegs. Bitte vernetz dich mit mir auf Instagram. Das finde ich ganz toll. Den Namen oder wie sagt man das? Handle. Ich schreibe das hier in die Shownotes. Und natürlich immer vor und dran: Wenn dir der Podcast gefällt, wenn dir die Folge gefällt, dann bitte bewerte ihn, am besten natürlich gut, und abonniere ihn, dann hast du mich öfter auf dem Ohr. Ich wünsche dir jetzt eine schöne Zeit. Viel Erfolg bei deinem Social-Media-Auftritt und bis bald.